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Uferlinien in unserem Leben

 

Cornwall, Lizard 1959„… Zwischen den Gezeiten wirkt dieses zerklüftete Ufer verletzlich, als sei es in einer Pose erstarrt, aus der es sich nicht mehr zu lösen vermag.

Dies erinnert an Uferlinien in unserem Leben, wo alles ins Stocken gerät. In solchen Zeiten emotionaler Verzweiflung ist das Innere verletzt und zerrissen, die Seele nackt und preisgegeben. Der natürliche Rhythmus vermag nicht mehr zu fließen. Man muss sich zu jeder Gebärde, jedem Gedanken, zu jeder Handlung zwingen. Alles wird furchtbar schwierig. Dinge, die man zuvor ohne großes Nachdenken erledigt hätte, werden zu scheinbar unüberwindlichen Hindernissen.

Doch die Hoffnung flüstert einem zu dass die Flut immer wiederkehrt. Ganz allmählich vollzieht sich die Verwandlung. Wir waren preisgegeben und abgezehrt, erstarrt in den Klauen des Schmerzes; selbst der Boden unter unsern Füßen war nackt und zerklüftet.

Und nun kommt alles wieder in Fluss. Wir gewinnen unsere Spontaneität zurück und unser Herz ist froh und erleichtert, wenn das Meer wieder zum Ufer zurückströmt und sich alles im spielerischen Tanz der jungen Wellen vereint…“

~ John O’Donohue


Diesen Text habe ich grade wieder entdeckt, er berührt mich jedes Mal ganz tief… so tröstlich… voller Hoffnung… Danke an Gabriele Gérard, die ihn mit uns geteilt hat :-)

Das Bild hat meine Mutter Ende der 50er Jahre mit Wachskreiden gemalt. Es zeigt zwar nicht Irland, sondern den südlichen Zipfel von Cornwall (Lizard) – aber ich finde es passt hier wunderbar hin :-)

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